Flughafen Kassel-Calden - Folgen für Airport Hannover?

„Eine Privatisierung des Airports Hannover ist mit dem beabsichtigten Ausbau des Flughafens Kassel-Calden in weite Ferne gerückt.“ Mit diesen Worten kommentiert Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer die Ausbaupläne der hessischen Nachbarn für ihren Regionalflughafen. Die Planungen würden, so Toepffer, deutlich machen, dass das Land Hessen die Entwicklung des Regionalflughafens ohne jede Rücksicht auf die Interessen seiner Nachbarländer vorantreiben wird. Dies könne für den hannoverschen Airport im Fall seiner Privatisierung schmerzhafte Folgen haben.

„Eine Privatisierung des Airports Hannover ist mit dem beabsichtigten Ausbau des Flughafens Kassel-Calden in weite Ferne gerückt.“ Mit diesen Worten kommentiert Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer die Ausbaupläne der hessischen Nachbarn für ihren Regionalflughafen. Die Planungen würden, so Toepffer, deutlich machen, dass das Land Hessen die Entwicklung des Regionalflughafens ohne jede Rücksicht auf die Interessen seiner Nachbarländer vorantreiben wird. Dies könne für den hannoverschen Airport im Fall seiner Privatisierung schmerzhafte Folgen haben.

Das Land Hessen ist zu 50% an der Flughafen GmbH Kassel und zu rund 32% an der Fraport GmbH, die auch den Frankfurter Flughafen betreibt, beteiligt. Gemeinsam mit der Stadt Frankfurt hält das Land Hessen die Mehrheit aller Fraport-Aktien in seiner Hand. Würde die bereits jetzt am hannoverschen Flughafen beteiligte Fraport im Fall einer weiteren Privatisierung des hannoverschen Airports auch dort Mehrheitseigner werden, wären die Interessenkonflikte vorhersehbar. Toepffer: „Über seine Fraportbeteiligung könnte das Land Hessen Hannovers Airport zugunsten des Kasseler Flughafens schwächen. Ein Horrorszenario, das auf jeden Fall vermieden werden muss. Dies um so mehr, als Fraport wohl der einzige ernstzunehmende Interessent ist, welcher eine weitere Beteiligung an der hannoverschen Flughafen GmbH eingehen würde.“

Toepffer weiter:“ Der Vorgang zeigt einmal mehr, wie sensibel die öffentliche Hand mit der Privatisierung ihrer Infrastruktur umgehen muss. Die Flughäfen Hannover-Langenhagen und Braunschweig sind wichtige Eckpfeiler dieser Wirtschaftsregion mit Bedeutung für die Entwicklung in ganz Niedersachsen. Dies haben sie mit den niedersächsischen Seehäfen gemeinsam. Privatisierung kann in diesem Bereich nur dann erfolgreich sein, wenn der vorhandene Markt überwiegend privatwirtschaftlich organisiert ist.“

Dies ist aber, so Toepffer, weder im Flug- noch im Seehafengeschäft der Fall. Solange die Mitbewerber niedersächsischer Unternehmen in diesem Bereich von den jeweiligen öffentlichen Anteilseignern ohne Rücksicht auf tatsächliche Marktgegebenheiten subventioniert werden, könne sich das Land nicht völlig aus diesen Unternehmen zurückziehen. Toepffer: „Die Problematik zeigt sich auch am Beispiel Hannover-Messe, die zunehmend mit anderen Messeplätzen konkurrieren muss, welche überhaupt nur deshalb überlebensfähig sind, weil sie, wie etwa die Stuttgarter Messen, mit hundert Millionen an Landesmitteln subventioniert werden.

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