Warum trifft die Erhöhung des Strompreises die Eigentümer von modernen Passivhäusern besonders hart?

Rot-Grün gegen die Besitzer von Passivhäusern!

Die CDU-Ratsfraktion kritisiert in einer aktuellen Presseerklärung, dass die kommenden Strompreiserhöhungen die Eigentümer von Passivhäusern besonders hart trifft. - Wir erklären, warum das so ist.

Wer heute ein neues Haus baut, ist grundsätzlich gut beraten, ein Passivhaus zu bauen. - In Hannover ist das keine freiwillige Entscheidung, sondern vorgeschrieben.

Was sind die wesentlichen Merkmale eines Passivhauses?

Zunächst muss das Gebäude maximal  und durchgängig wärmegedämmt sein, damit die Energieabgabe über sog. Kältebrücken an die Umgebung unterbunden wird. Als Folge muss eine automatische Be- und Entlüftung realisiert werden. Der zugeführten Frischluft wird Wärme zugeführt, die der verbrauchten Luft entzogen wird.

Gebräuchlich ist die Nutzung von Erdwärme, die über eine elektrisch betriebene Wärmepumpe in das Heizungssystem des Hauses (meist aus Basis von Fußbodenheizungen) eingespeist wird. Zusätzlich bietet sich noch die Nutzung von Solarenergie  für die Warmwassererzeugung an.

Insgesamt ergibt sich ein recht hoher technischer Aufwand für diese Passivtechnologie, der in der Bauausführung auch erhebliche Risiken in sich birgt. Sobald ein Element in der Kette der recht komplex verknüpften technischen Prozesse nicht  korrekt funktioniert, ist die Gesamtenergiebilanz eines Passivhauses schlecht.

Auf Grund dieser technologischen Herausforderungen sind die Neubaukosten für ein Haus in Passivtechnologie naturgemäß recht hoch. Eine Amortisierung der im Vergleich zu konventionellen Häusern hohen Baukosten braucht daher - auch bei öffentlicher Förderung - Jahrzehnte.

Warum verbraucht ein Passivhaus mehr elektrische Energie?
 
Auf der Betriebskostenseite sparen die Besitzer von Passivhäusern zunächst zwar die Ausgaben für Öl, Gas oder Fernwärme komplett ein. Dem steht aber ein höherer Bedarf an elektrischer Energie gegenüber. Während konventionelle Techniken die elektrische Energie nur für Umwälzpumpen und  Öl- oder Gasbrenner benötigen, brauchen Passivhäuser grundsätzlich mehr Energie für die Erdwärmepumpen.

Ist es im Winter besonders kalt, reichen Erdwärme und Solarenergie nicht mehr aus. Es muss im Bereich der Wärmepumpen zusätzlich  mit elektrischer Energie geheizt werden. Das ist grundsätzlich sehr teuer.

Die Erhöhung der Strompreise trifft daher diejenigen hart, die sich mit dem Bau eines Passivhauses besonders ökologisch verantwortungsbewusst gezeigt haben.

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