Gemeinsamkeiten stärken – Unterschiede betonen

Kirchengebäude sind nicht beliebig austauschbar

„Ihre Wortwahl war sicher nicht glücklich,“  kommentiert Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer die Äußerungen von Landesbischöfin Margot Käßmann zur Nutzung leerstehender Kirchen durch islamische Glaubensgemeinschaften.
„In einem Punkt will ich ihr aber beipflichten, Kirchengebäude sind nicht beliebig austauschbar. Eine Religion lebt mit und durch die Menschen, die sich ihr zugehörig fühlen. Dieses Gefühl umfaßt auch die Orte , die man mit religiösen Ritualen wie Taufe und Eheschließung verbindet.  Kein Gläubiger, weder Christ noch Jude oder Muslim wird sich leichten Herzens damit abfinden, dass sein Gotteshaus war von einer anderen Glaubensgemeinschaft genutzt wird  ,“ so Toepffer.

„Niemand möchte den Muslimen die Ausübung ihres Glauben verwehren, jedoch ist viel Sensibilität angebracht, wenn sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche über leerstehende Kirchen nachdenken. Die Bemühungen um Integration und Zusammenleben der verschiedenen Glaubens-gemeinschaften gestaltet sich nicht immer einfach, es sind nicht nur kulturelle Unterschiede den Menschen nahe zubringen. Auch gefühlte Barrieren sind vielfach zu durchbrechen. Eine „von oben erzwungene“ Weitergabe der Kirchen an eine fremde Religion kann zu einer Verschärfung  des Integrationsprozesses führen und Mißverständnisse provozieren.

Der einzig  praktikable Weg ist, wenn sich die betroffene Kirchengemeinde von sich aus für eine Umnutzung als Moschee ausspricht.  In dem Fall wäre es sogar für den Integrationsprozess förderlich. Die Abwägung von  Für und Wider  hat nichts mit einer Brüskierung der Muslime zu tun. Sie ist, in Anbetracht der schmerzhaften Schließungen der Kirchen für die Gemeindemitglieder, nur ein Minimum an Respekt gegenüber der von der Kirchenschließung betroffenen Kirchengemeinde,“  so Toepffer abschließend.

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