Leserbrief zum einheitlichen Beitrag für die ges. Krankenversicherung; HAZ, 06.10.08, S. 1: "Schwarz-Rot einig..."

Der von der großen Koalition geplante einheitliche Beitrag zur gesetzlichen Krankenversorgung von 15,5% hat für die große Mehrheit der Versicherten - so der GKV-
Spitzenverband - eine Beitragserhöhung zur Folge. Für die Arbeitnehmer soll als Ausgleich der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinken. Die Rentner sind bei der Planung wieder einmal vergessen worden. Der für die Rentenversicherung zuständige Bundesminister Scholz ist offensichtlich abgetaucht. Wehmütig erinnern sich viele ältere Bürger an die Zeit, als ein Norbert Blüm für die berechtigten Anliegen der Rentnergeneration kämpfte.

Für die Rentner bedeutet die Beitragserhöhung eine erneute Minderung ihrer Netto-Rente nach drei Nullrunden und der für 2008 zu erwartenden Inflationsrate. Diese liegen mit vermutlich 2,7 bis 3% weit über der Rentenanpassung mit 1,1%. Eine nachhaltige Entlastung der Bürger insbesondere bei den durch hohe Steuern und Abgaben stark staatlich beeinflussten Energiekosten ist nicht in Sicht. Die Energiekosten verursachen inzwischen Preiserhöhungen in vielen Branchen bis hin zum Brot. Wen überrascht es, dass 68% der Bevölkerung die wirtschaftlichen Verhältnisse als "nicht gerecht" betrachten (Institut Allensbach 2008)?


Edgar Ahlborn, Vorsitzender der Kreisvereinigung der Senioren Union Hannover-Stadt

Inhaltsverzeichnis
Nach oben