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30.05.2018, 14:00 Uhr
Herrenhäuser Gärten in Landesobhut? – Hannover steht vor einer schwierigen Frage
Wem soll zukünftig Hannovers Kultur gehören? Die hohen Sanierungskosten für das Sprengel-Museum belasten die Stadt. Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler macht der Stadt ein Angebot...
Das wohl bekannteste Museum der Landeshauptstadt, das Sprengel-Museum, weist erhebliche Mängel beim Brandschutz auf: Die Haustechnik müsse komplett erneuert werden, 100 Türen sollen ausgetauscht werden und vieles mehr. All diese Mängel haben sich über die Jahre angehäuft. Sie zu beheben, wurde verschlafen. In der langen Zeit sind jedoch die Kosten für die Sanierung explodiert. Was noch anfänglich vier Millionen Euro kosten sollte ist nun mit 11,5 Millionen Euro in den zweistelligen Millionenbereich gerutscht – ein klares Missmanagement der Stadt um Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). 
 
Welche Gebäude sind von diesem Missmanagement noch betroffen? – Diese Frage stellt sich die CDU-Ratsfraktion und hat aus diesem Anlass eine Anfrage an den Oberbürgermeister gestellt. Sie will wissen, wie es um den vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz der Gebäude, die in der Hand der Stadt Hannover liegen, steht. 
 
Was die Kosten für das Sprengel-Museum betrifft, bleibt abzuwarten. Momentan teilen sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen alle laufenden Kosten für das Sprengel-Museum. Dies könnte sich auf Wunsch des Kulturministers, Björn Thümler, jedoch bald ändern. Thümler verfasste einen Brief an den Oberbürgermeister Schostok in dem er der Stadt Hannover ein Angebot macht: Er schlägt vor, das Sprengel-Museum komplett an das Land Niedersachsen abzugeben. Dabei soll es in Hannover eine „Museums-Meile“ geben, die bundesweit sowie international von Bedeutung sein könnte. Mit „Museums-Meile“ ist die Verbindung des Sprengel-Museums mit dem nahegelegenen Landesmuseum gemeint. Im Gegenzug solle sich die Stadt Hannover bei den Kosten für das Staatstheater beteiligen, regte Thümler an. Um dies wiederum zu kompensieren, könne sich das Land an den Herrenhäuser Gärten beteiligen, die bisher allein der Stadt gehören. 
 
Thümlers Brief stößt nicht überall auf Zustimmung. Besonders an den Herrenhäuser Gärten und den dort stattfindenden Festen hängen die Hannoveraner. CDU-Ratsfraktionsvorsitzender Jens Seidel stimmt dem Vorschlag des Ministers nur zum Teil zu: Man könne gerne darüber sprechen, wie man das Sprengel-Museum besser vermarkten könne. Auch eine „Museums-Meile“ wäre eine gute Idee, so Seidel. Die Herrenhäuser Gärten will Seidel aber nicht abgeben: „Sie sind einer der wichtigsten Bestandteile Hannovers Kultur.“ Zudem wäre die Mitfinanzierung des Staatstheaters ein zu großer Beitrag.  
 

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