Energiewende in Hannover

Mit Vernunft statt Überforderung. von Helmut Jantos

Gerade in diesem Winter wird deutlich, was Energiepolitik konkret bedeutet. Wenn die Temperaturen fallen, steigt der Verbrauch. Viele Haushalte warten noch auf ihre Abrechnungen und ahnen bereits, dass Belastungen weiter zunehmen könnten.

Versorgung. Bezahlbarkeit. Augenmaß.

In solchen Momenten geht es nicht um abstrakte Klimaziele, sondern um ganz praktische Fragen. Wie sicher ist unsere Versorgung? Wie bezahlbar bleibt Heizen für Familien, Mieter, Eigentümer und Betriebe? Und werden Entscheidungen mit Augenmaß getroffen?

Im Zentrum steht dabei enercity. Als kommunales Unternehmen trägt es Verantwortung für die Energieversorgung unserer Stadt. Diese Aufgabe gehört zur Daseinsvorsorge. Sie muss zuverlässig funktionieren und langfristig bezahlbar bleiben. Gleichzeitig verfolgt Hannover besonders ehrgeizige Klimaziele und will schneller klimaneutral werden als viele andere Städte. Auch enercity hat sich sehr ambitionierte Zeitpläne gesetzt.

Klimaschutz ist wichtig. Aber je schneller und radikaler der Umbau erfolgt, desto höher werden Investitionsdruck und Kostenrisiken. Netze werden ausgebaut, neue Wärmequellen geplant, bestehende Strukturen infrage gestellt. Gleichzeitig warnen Experten bundesweit vor Engpässen bei gesicherter Kraftwerksleistung in den kommenden Jahren. Versorgungssicherheit darf deshalb nicht zur Hoffnungssache werden.

Hinzu kommt eine ordnungspolitische Frage. Energieinfrastruktur ist öffentliche Aufgabe. Wettbewerb und Handwerk gehören aber ebenso zu unserer sozialen Marktwirtschaft. Wenn ein kommunales Unternehmen seine Geschäftsfelder immer weiter ausdehnt und selbst Solaranlagen und Wärmepumpen inklusive Installation anbietet, entsteht ein direkter Wettbewerb mit lokalen Betrieben. Hier braucht es klare Grenzen und faire Rahmenbedingungen.

Auch bei den Kosten ist Transparenz entscheidend. Als Netzbetreiber beeinflusst enercity einen erheblichen Teil der Strom- und Gaskosten über die Netzentgelte. Diese bleiben hoch, auch wenn man den Anbieter wechselt. Umso wichtiger ist wirtschaftliches Handeln. Wenn Netzentgelte überdurchschnittlich steigen, betrifft das jeden Haushalt und jedes Unternehmen in Hannover.

Fehlentscheidungen in der Infrastruktur wirken über Jahrzehnte. Sie lassen sich nicht von heute auf morgen korrigieren. Deshalb braucht Energiepolitik Weitsicht, wirtschaftliche Vernunft und ein klares Bekenntnis zur Versorgungssicherheit.

Die CDU steht für eine Wärmewende mit Augenmaß.

Klimaschutz ja, aber bezahlbar, technologieoffen und ohne ideologische Scheuklappen. Vor diesem Hintergrund ist auch der Ratsbeschluss zum Neueinbauverbot von Gasheizungen zu bewerten.

Nachrichten CDU Niedersachsen

Termine CDU Niedersachsen