Klimaschutz realistisch und bezahlbar gestalten
Die CDU Hannover bekennt sich zu den Klimazielen von Bund und Europäischer Union. Gleichzeitig gilt für uns: Klimaschutz kann nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn er wirtschaftlich vernünftig, technologisch realistisch und sozial tragfähig umgesetzt wird.
Kommunale Energie- und Umweltpolitik darf die Bürger nicht überfordern. Sie muss auf Ehrlichkeit, Transparenz und technische Machbarkeit setzen. Unser Ziel ist eine nachhaltige, sichere und bezahlbare Energieversorgung für Hannover. Maßnahmen, die hohe Kosten verursachen, ohne ausreichenden Nutzen oder Versorgungssicherheit zu gewährleisten, lehnen wir ab.
Wärmeplanung überprüfen und transparenter machen
Die vorliegende kommunale Wärmeplanung muss nach Beginn der neuen Ratsperiode sorgfältig evaluiert werden. Wir wollen, dass die Ergebnisse spätestens bis Ende 2027 in einem belastbaren Abschlussbericht vorliegen. Dabei müssen Kosteneffizienz, Resilienz, Realisierbarkeit und Versorgungssicherheit im Mittelpunkt stehen. Dem Anschluss- und Benutzungszwang für Fernwärme stehen wir nach wie vor kritisch gegenüber. Wir fordern Technologieoffenheit für die Privathaushalte.
Aus unserer Sicht muss die Wärmeplanung um ein Nahwärmekataster und um klare Aussagen zu zulässigen individuellen Lösungen ergänzt werden. Bürger und Unternehmen dürfen nicht mit pauschalen Zielbildern allein gelassen werden. Sie brauchen nachvollziehbare Informationen darüber, welche Möglichkeiten vor Ort bestehen, welche Investitionen notwendig werden und wie sich Entscheidungen auf Kosten und Versorgung auswirken. Wir wollen deshalb auch jährliche Fortschrittsberichte über die Entwicklung von Wärmeerzeugung und Wärmenutzung vorlegen. Energiepolitik muss für die Bürger verständlich und kontrollierbar sein.
Bestehende Infrastruktur nicht voreilig aufgeben
Versorgungssicherheit hat für uns höchste Priorität. Bestehende Infrastruktur darf deshalb nicht vorschnell stillgelegt oder zerstört werden. Das Erdgasnetz soll erhalten bleiben, solange nicht gesichert ist, dass ökologisch und ökonomisch bessere Alternativen bei gleicher Versorgungssicherheit tatsächlich verfügbar sind. Gerade mit Blick auf eine mögliche zukünftige Nutzung von Wasserstoff handelt es sich um strategisch wertvolle Infrastruktur.
Ebenso fordern wir, dass das hocheffiziente Kombikraftwerk in Stöcken so lange in Betrieb bleibt, bis belastbare Ersatzkapazitäten bereitstehen. Eine sichere Wärme- und Energieversorgung darf nicht aus ideologischen Gründen gefährdet werden. Gerade für ältere, kranke und andere schutzbedürftige Menschen muss gewährleistet sein, dass auch in kalten Wintermonaten eine ausreichende Wärmeversorgung sichergestellt bleibt.
enercity wirtschaftlich und transparent führen
Die enercity AG ist ein Schlüsselunternehmen für Hannover. Gerade deshalb muss es wirtschaftlich, wettbewerbsfähig und professionell geführt werden. Wir wollen nicht hinnehmen, dass die enercity AG zum Instrument grüner Symbolpolitik wird. Vielmehr muss das Unternehmen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Innovation in eine verlässliche Balance bringen.
Wir wollen eine klare Versorgungsstrategie verfolgen, die Bevölkerung besser über Preise, Investitionen und energiewirtschaftliche Entwicklungen informieren sowie mehr Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger schaffen, etwa durch geeignete Kapitalmodelle. Faire Marktbedingungen, unternehmerische Klarheit und transparente Kommunikation sind für uns unverzichtbar.
Umwelt und Stadtgrün stärken
Klimapolitik ist mehr als Energiepolitik. Auch Stadtgrün, Gewässerschutz und lokale Umweltqualität gehören dazu. Wir wollen möglichst viele Kleingärten als grüne Lunge Hannovers erhalten, modernisieren und gemeinsam mit Pächtern und Vereinen weiterentwickeln. Darüber hinaus unterstützen wir die Prüfung neuer technischer Lösungen in der Abwasserreinigung, etwa einer vierten Reinigungsstufe gegen Arzneimittelrückstände, Hormone und Mikroplastik. Voraussetzung bleibt eine ehrliche Diskussion über Nutzen, Kosten und technische Machbarkeit. Damit unsere Stadt weiter blüht, wollen wir mehr Mittel für das 1.000-Bäume-Programm der Landeshauptstadt zur Verfügung stellen. Zudem prüfen wir an geeigneten Randflächen die Erweiterung der Eilenriede – der grünen Lunge von Hannover.